Das Projekt
Das Projekt
Was ist bisher passiert?
Am 2. September 2009 war es endlich soweit: nach monatelangen Vorbereitungen und mit viel Unterstützung unserer mongolischen Partner vor Ort durften wir unsere Kinder- und Jugendbibliothek in der Mongolei einweihen. Mehr als 100 Kinder, Jugendliche, Lehrer und Eltern waren gekommen. Der älteste Pferdekopfgeigenspieler der Stadt und ein Lama des örtlichen Klosters geben den neuen Räumlichkeiten ihren Segen. Seitdem strömen täglich mehr als 150 Kinder in die Bibliothek um sich dort Bücher auszuleihen, Hausaufgaben zu machen oder einen der zahlreich angebotenen Englischkurse zu belegen. Für Lehrer und Schulen wurde eine eigene Regalecke mit Unterrichtsmaterialien, interaktiven Medien und Schulbüchern geschaffen.
Welche Vision steckt dahinter?
Mit der Bücherbrücke verbinden wir die Vision einer bildungsgerechten Welt. Wir möchten benachteiligten Menschen auf einfachen und unbürokratischen Weg den Zugang zu Literatur ermöglichen. Der englischen Sprache kommt dabei durch ihre weltweite Bedeutung eine Schlüsselrolle zu. Gemeinsam möchten wir mit Hilfe von Literatur den Blickwinkel von Kindern in Entwicklungsländern wie der Mongolei weiten ohne dass sie dabei das Bewußtsein für ihre Herkunft und die damit verbundenen Traditionen verlieren. In dieser Hinsicht freuen wir uns darauf nach erfolgreicher Premiere der Bücherbrücke in diesem Jahr weitere Brücken in andere Teile der Mongolei und weitere bedürftige Länder dieser Welt zu bauen.
Wie kam es dazu?
Vor vier Jahren reiste eine Gruppe älterer Pfadfinder des Stammes Siedlung Taizé aus Neumarkt in der Oberpfalz zum ersten Mal in die Mongolei. Zusammen mit mongolischen Pfadfindern lernten wir die große Weite dieses Landes kennen. Bewegt von der Gast-freundschaft unserer mongolischen Freunde luden wir im Sommer 2006 erstmals sieben mongolische Pfadfinder zu uns nach Deutschland ein. Damit war der Grundstein für einen Austausch zwischen mongolischen und deutschen Pfadfindern gelegt. Seitdem finden jedes Jahr Begegnungen zwischen Jugendgruppen aus beiden Ländern, abwechselnd in Deutschland und der Mongolei, statt.
Bei unseren Reisen in die Mongolei wurde uns immer wieder deutlich vor Augen geführt wie wichtig Bildung für die Zukunft jeden Landes ist. Fremdsprachen sind hier wie dort eine wichtige Fähigkeit beim Eintritt in das Berufsleben. Schullkinder auf dem Land müssen nicht selten Entfernungen von 150 bis 200 Kilometer zu Pferd zurücklegen um die Chance auf eine Schulausbildung zu bekommen. Meist übernachten Sie bei entfernten Verwandten in der Stadt und kehren alle drei Monate zu ihrer Familie zurück um in der Viehwirtschaft zu helfen.
Was möchten wir erreichen?
Im Rahmen unserer Initiative "Bücherbrücke Mongolei" haben wir uns zum Ziel gesetzt dem akuten Lehrbuchmangel in mongolischen Schulen durch die Einrichtung einer Bibliothek in unserer Partnerstadt Arvaikher entgegen zu wirken. Hierfür haben wir neben den vier städtischen Schulen 22 weitere Landschulen mit Lehrmaterialien ausgestattet und die Lehrkräfte in der Verwendung der Lehrbücher geschult werden.
Kinder und Jugendliche haben dabei die Möglichkeit nicht nur die Möglichkeit ihre Chancen auf eine bessere Zukunft durch Erlernen der englischen Sprache zu verbessern, sondern auch den zunehmenden westlichen Kultureinfluss auf ihr Land kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig wird die Auseinandersetzung mit global akuten Problemen wie Klima- und Umweltschutz gefördert. Schließlich stellt die englische Sprache einen wichtigen Baustein in dem weiteren Ausbau der Partnerschaft zwischen mongolischen und deutschen Jugendlichen dar.
Anders als bei Geldspenden oder Hilfsgütern wie Lebensmittel und Verbrauchsmitteln stellen Bücher einen nachhaltigen Baustein bei der Hilfe zur Selbsthilfe dar. Noch in vielen Jahren werden mongolische Schulkinder von Büchern der Bücherbrücke profitieren und mit deren Hilfe eine zukunftsweisende Sprache erlernen.
Die ersten Schritte
Um die Schulbibliothek fachgerecht mit Büchern auszustatten, sammelten wir seit März diesen Jahres englischsprachige Lehr-, Kinder- und Sachbücher. Hierfür haben wir in Regensburg ein Büro eingerichtet dass mit der Koordination der Buchspenden sowie der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betraut ist. Zur Lagerung der Bücher konnten wir mit der Stadt Neumarkt in Gesprächen die Bereitstellung von drei Räumen erwirken.
Aufgrund der großen Menge singulärer Buchspenden und die Teilnahme von mehr als 100 Schulen aus Bayern und Baden-Württemberg mussten wir uns schnell von der Idee des Postversands der Buchspenden verabschieden. Mit zwei Transportern holten wir stattdessen im Mai sämtliche größeren Buchspenden bei den Spendern direkt ab. Hierfür waren neben zwei Bussen auch Fahrer notwendig.
Nach Eintreffen der Buchspenden in Neumarkt wurden diese durch Pfadfinder vor Ort nach Kategorien sortiert und in entsprechende Bücherkisten verpackt. Zur Erfassung der einzelnen Bücher bedienten wir uns ausrangierter Schulcomputer. Zur leichteren Stapelung der Bücher an der Lagerstätte sowie später im Container waren ferner ca. 300 Bücherkisten notwendig.
Nicht jedes Buch ist geeignet um in einer mongolischen Schule im Englischunterricht zum Einsatz zu kommen. Daher legten wir bereits in den frühen Phasen Wert auf eine fachliche Begleitung bei der Auswahl der zu transportierenden Bücher. Hierfür konnten wir das Institut für Mongolistik der Universität Leipzig unter Leitung von Herrn Dr. Klaus Koppe gewinnen.
Bei der Planung der Einrichtung der Bibliothek unterstützt uns eine Bibliothekarin und ein Handwerkermeister. Neben Bücherregalen werden allerlei Büromaterialien zur Kategorisierung und Beschriftung der Bücher benötigt. Weiterhin sind eine mongolische und deutsche Lehrkraft mit der Konzeption von Schulungsunterlagen für die Durchführung von Lehrerseminaren ("train the trainer") vor Ort befasst.
Die Mission unserer Bücherwächter
Im August machte sich ein Team von acht Bücherwächtern auf ihre zweimonatige Reise in die Mongolei. Gemeinsam mit mongolischen Jugendlichen errichteten sie vor Ort eine Bibliothek und führen Schulungen für Lehrkräfte durch. Zwei Bibliothekare wurden geschult und kümmern sich fortan um den Ausleih- und Kursbetrieb in der Bibliothek.
Mit Büchern Brücken bauen